Dr. Emmas Chemielabor

Chemie verständlich erklärt.

Kurz definiert: der pH-Wert

Geschrieben am | 5. 02. 09

tower of limes mit cc-lizenz von Darwin Bell

tower of limes mit cc-lizenz von Darwin Bell

Der pH-Wert ist ein Maß dafür wieviel H3O+ in einer wäßrigen Lösung ist, also dessen Konzentration. Eigentlich eine ganz einfache Sache. Normalerweise sind die Konzentrationen von H3O+ in Wasser sehr niedrig, so dass man statt der eigentlichen Konzentration den negativen dekadischen Logarithmus angibt. Das ergibt dann “richtige” Zahlen wie 1 oder 7 oder 14:

ph

Im Alltag tauchen pH-Werte oft bei Kosmetik auf, z.B. bei Shampoos und Seifen die pH-hautneutral sind. Diese Beschreibung ist etwas irreführend, denn der pH-Wert der Haut ist ehr im sauren Bereich zu suchen, bei ca. pH fünf. Neutralist der pH-Wert 7. Diesen pH-Wert hat Wasser wenn es sehr rein ist. Das kommt daher, dass das Wasser teilweise mit sich selber reagiert und OH- und H3O+ bildet.

autoprotolyse

Ein anderer Ort wo viel über sauere und basische Eigenschaften geredet wird, ist in der Ernährung. Dazu muss man wissen, dass unser Magen einen pH-Wert zwischen eins und zwei hat, also sehr sauer ist. Im Magen befindet sich eine Schleimhaut die uns davor schützt, dass sich unser Magen selber auflöst. Diese wird aber bei noch niedrigeren pH-Werten angegriffen. Dagegen kann man “basische” Pulver kaufen, z.B. Lactose. Diese heben den pH-Wert aber nicht in Regionen oberhalb 7, was im chemischen Sinne basisch ist, sondern nur hin zu einem normalen Wert von eins bis zwei.


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Neujahr

Geschrieben am | 12. 01. 09

Waiting for dawn mit CC-Lizenz von James Jordan

Waiting for dawn mit CC-Lizenz von James Jordan

Liebe Leserinnen und Leser des Chemieblogs,

Ich habe euch nicht vergessen. Durch diverse Umstände (ein Umzug, warten auf den Telekomtechniker, ein kaputtes Laptop) war es mir bisher nicht möglich euch im geplanten Maß mit chemischen Blogeinträgen zu beglücken. Dies wird sich ab nächster Woche ändern, da der Betrieb nun wie gewohnt weiter gehen kann.

Ich freu mich auf ein tolles Jahr und wünsche Euch allen ein erfolgreiches, interessantes und glückliches 2009.

Ganz liebe Grüße, Paula.

Ps. Dr. Emma sendet ebenfalls beste Neujahrsgrüße.


Kerzenlicht – ein chemisches Phänomen

Geschrieben am | 18. 12. 08

Candles mit CC-Lizenz von schani

Candles mit CC-Lizenz von schani

Kerzen sind eine wunderbare Erfindung, selbst heute, wo sie ihre praktische Bedeutung als Lichtquelle nahezu verloren haben, erfreuen wir uns immer noch an ihrem warmen Licht. Vor knapp 150 Jahren hat das Kerzenlicht Michael Faraday, besser bekannt für seine Untersuchungen zu Elektrotechnik, dazu inspiriert eine ganze Vorlesung über die Chemie und Physik hinter der Kerze zu schreiben. Die zentrale chemische Frage dabei ist: Warum leuchtet die Kerze und warum ausgerechnet gelb?

Eine Kerze besteht aus Wachs und einem saugfähigen Docht. Zündet man die Kerze an, schmilzt das Wachs und wird von dem Docht aufgesogen. An der großen Oberfläche des Dochtes verdampft das Wachs und entzündet sich dann bei ausreichend hoher Temperatur. Wenn man genau hinschaut erkennt man auch, dass die Flamme nicht direkt am Docht anfängt, sondern etwas oberhalb vom Docht. Der Docht der Kerze brennt nicht.

Kerzenwachs ist im Prinzip ein Fett und Fette bestehen aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen in langen Ketten. Reagiert das Wachs mit Sauerstoff, dieser Prozess wird auch Verbrennung genannt, entstehen CO2 und Wasser (H2O). Allerdings verbrennt bei einer Kerze nicht der ganze Kohlenstoff zu CO2, ein Teil wir nur zum Kohlenstoff (C) oxidiert. Das ist auch gut so, da wir Teilchen brauchen die Licht produzieren können.

Die Kohlenstoffatome werden von der Hitze der Verbrennung angeregt, dabei wechseln die Elektronen aus der Hülle in einen Zustand mit höherer Energie. Wenn sie diesen Zustand verlassen geben sie die Energie in Form von Licht wieder ab. Wichtig hierbei ist, dass die Elektronen in der Hülle nicht jeden beliebigen Energiezustand erreichen können, sondern nur bestimmte. Deshalb sind auch die Wellenlänge des abgegebenen Lichts immer gleich und somit die Farbe. Möchte man eine andere Farbe haben, braucht man andere Elemente. Das kennt ihr von Natriumdampflampen, von Neonröhren und Glühlampen. In jedem wird ein anderes Element angeregt, deshalb haben sie alle unterschiedliche Farben.

Zum Schluß kann ich euch noch das Buch von Faraday und die Kommentarfunktion empfehlen falls ihr noch mehr Wissen wollt.


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Schnee und Eis

Geschrieben am | 15. 12. 08

Zerbrechlich von kleine gelbe Ente

Zerbrechlich von kleine gelbe Ente

Das, liebe LeserInnen ist keine Wettervorhersage.

Schnee und Eis faszinieren viele Menschen, jeden Winter aufs neue. Die Stille die mit frisch gefallenem Schnee einhergeht, oder auch die Schönheit von Eisblumen und Schneeflocken erfreut uns. Besonders dann wenn wir mit einer Tasse warmen Kakao in unserer Wohnung sitzen.

Eis und Schnee faszinieren auch ChemikerInnen. So hat Eis eine geringere Dichte als flüßiges Wasser. In eurem Kühlschrank macht sich das bemerkbar wenn die Wasserflasche die ihr darin vergessen habt platzt. Warum lässt sich anhand der molekularen Struktur von Wasser erklären.

Ein Molekül Wasser besteht aus drei Atomen, zwei Wasserstoffen und dazwischen ein Sauerstoff. Diese sind in einem Winkel von 120° zu einander angeordnet. Wenn Wasser kristallisiert ordnen sich um das Sauerstoffatom noch weiter zwei Wasserstoffatome an. Die stehen auch jeweils in einem Winkel von 120°. Diese zwei Atome kommen jeweils aus einem anderen Wassermolekül. Mit diesem bleiben sie auch verbunden. So bildet sich ein 3 Dimensionales Gebilde.

Kristallstruktur von Eis (Quelle: Wikipedia)

Kristallstruktur von Eis (Quelle: Wikipedia)

Diese Strukturen bilden sich stärker aus, je kälter es ist. Eh das Wasser allerdings kristallisiert, also gefrohren, ist kann sich eine besonders dichte Flüssigkeit bilden. In die teilweise geformten Strukturen können sich noch nicht eingbaute Wassermoleküle einlagern. So sind sie gut “aufgeräumt”. Kühlt das Wasser weiter ab, bilden auch diese Moleküle die 3D-Struktur und das Wasser dehnt sich so aus. Wenn es sich ausdehnt, muss es irgendwo hin und wenn das Gefäß geschlossen ist, dann platzt das.

Auch in Schneeflocken haben die Wassermoleküle die gleiche 3D-Struktur. Die schönen Formen kommen durch die Art wie die Wassermoleküle langsam aneinander wachsen. Bei den vielen milliarden Möglichkeiten ist es dann auch kein Wunder, dass jede Schneeflocke einzigartig ist.


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15 Fragen an Paula Schramm

Geschrieben am | 10. 12. 08

train-duck3 mit CC-Lizenz von GrooverFW

train-duck3 mit CC-Lizenz von GrooverFW

Dieses Interview ist mehr, oder weniger der Testlauf für diese Reihe, eh sie nächstes Jahr richtig startet. Wenn sich also für euch noch Fragen ergeben, oder ihr noch andere Kommentare habt, dann meldet euch bitte in den Kommentaren.

Paula Schramm: Ich bin Chemikerin an der Universität Stuttgart und pormoviere dort.

Was ist das Erste, dass Sie machen wenn Sie morgens an ihren Arbeitsplatz gehen?

Das erste was ich mache, wenn ich morgens ins Labor gehe, ist dass ich meine Vakuumpumpe anschmeiße und die Kühlfallen meiner Anlage mit flüßigem Stickstoff befülle.

Was machen Sie da genau und wie heißt ihr Job?

Ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin. Das heißt, dass ich sowohl in Forschung und in Lehre eingespannt bin. Aus den Ergebnissen der Forschung möchte ich einmal meine Doktorarbeit zusammen schreiben.

Warum haben Sie einen chemischen Beruf ergriffen?

Chemische Forschung vereint intellektuelle Arbeit mit Handwerk, allerdings wusste ich das noch nicht als ich das Studium begonnen habe. Damals war ich einfach gut in Chemie und wollte etwas machen was ich gut kann. Da kann ich nur sagen: Glück gehabt.

Was nervt Sie am meisten an Ihrem Job?

Öffentliche Forschung krankt oft an Geldmangel der Institutionen wo sie passiert. Ausserdem ist der wissenschaftliche Betrieb nicht besonders effektiv organisiert. Das nervt.

Was ist das schönste an Ihrem Job, bzw. was machen Sie in Ihrem Job am liebsten?

Die Menschen! Ich freue mich über die netten und interessierten Studentinnen und Studenten. Den besonderen Kick gibt es natürlich wenn einer der Studis ein Licht auf geht während ich mit ihnen Arbeite. Etwas anderes das mir Freude macht ist es neue Dinge zu entdecken und erklären zu können warum sie entstanden sind. Ich bin neugierig und Chemie kann diese Neugier befriedigen.

Welche ist die wichtigste Eigenschaft die man für Ihren Beruf mitbringen muss?

Der Professor Becker im ersten Semester hat uns beigebracht: “Geduld ist die Tugend der Chemiker.” Da hat er auch vollkommen recht gehabt. Geduldig sein ist wirklich notwendig.

Verändert die Herangehensweise an chemische Probleme auch die Herangehensweise an andere Problemstellungen, wie zum Beispiel gesellschaftliche, oder politische Fragen?

Wissenschaftlerin zu sein verändert meine Herangehensweise an Probleme durchaus. Ich versuche nach der wissenschaftlichen Methode vorzugehen und bedacht alle Aspekte zu berücksichtigen. Das stößt zunächst oft auf Unverständniss, ist im Endeffekt aber meist die sinnvollere Methode.

Was ist für Sie die interessanteste chemische Reaktion bzw. was ist für Sie die interessanteste Verbindung? Was macht diese so interessant?

Das ist eine schwierige Frage. Am liebsten habe ich natürlich Wasser, weil ohne Wasser gäbe es die Welt wie wir sie kennen nicht. Am interessanteseten ist für mich im Moment das 1,2,4-Diazaphosphol, weil meine Doktorarbeit sich rund um dieses Molekül dreht. Es kann viele tolle Sachen, aber die verate ich hier nicht.

Welche Bedeutung hat Chemie für unsere Wirtschaft?

Eine zentrale! Das mag zwar seltsam klingen weil in der Presse nur von Rettungspaketen für die Automobil-Industrie zu lesen ist, aber ohne Chemie läuft nix. Es gibt sehr wenige Produkte die nicht irgendwie mit einem Produkt aus der chemischen Industrie in Kontakt kommen und sei es nur die Verpackung. Sichtbar ist das oft nicht, weil die chemische Industrie vor allem anderen Herstellern zu liefert und nicht direkt ihre Produkte verkauft. Einzige ausnahme ist hier die Pharmabranche.

Welches ist Ihr Lieblings Forschungsgebiet in der Chemie?

Neben meinem eigenen Bereich lese ich gerne Dinge aus der Materialforschung, von Solarzellen über OLEDs bis hin zu tollen festen Katalysatoren.

Ist Chemie ein Fluch, oder ein Segen für die Menschheit?

Lass mich die Frage andersrum stellen: Ist die Menschheit ein Fluch, oder ein Segen für die Chemie? ;)
Chemie ist an sich erstmal neutral. Leider haben die Menschen schon viel Leid mit ihren chemischen Entdeckungen verursacht. Andererseits haben sie mit Chemie auch schon vieles besser gemacht und viele der Fehler wieder ausgebügelt, oder überhaupt erstmal erkannt.

Wie wichtig ist Idealismus und/ oder moralische Verantwortung bei einem Chemiker?

Mir ist das sehr wichtig, allerdings unabhängig von meiner Rolle als Chemikerin. Beigebracht wird uns das nicht, leider. Es gab schon viele Entwicklungen die moralisch nicht vertretbar waren. Allerdings glaube ich nicht, das Chemikerinnen und Chemiker mehr moralische Verantwortung tragen als alle anderen Menschen.

Wie können Chemikerinnen und Chemiker zur Weltverbesserung beitragen?

Sie können nicht nur, sie tun. Z.B. indem sie Wege finden CO2 wieder zu speichern um so den Klimawandel vorzubeugen. Oder sie entwickeln Medikamente gegen die großen Plagen der Menschheit. Oder sie schreiben ein Chemieblog, dmit immer mehr Menschen verstehen wie Chemie funktioniert ;)

Kann man naturwissenschaftliche Rationalität und Religion verbinden?

Bestimmt! Irgendwie ;)

Zum Schluss noch eine persönliche Frage, wenn Sie nicht in der Chemie tätig wären, was würden sie dann für einen Beruf wählen?

Dann wäre ich entweder Lehrerin, Psychologin, oder am liebsten Künstlerin.


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Eine Ode an das schönste Element

Geschrieben am | 4. 12. 08

mit CC-Lizenz von kevindooley

mit CC-Lizenz von kevindooley

In 20 Tagen ist Weihnachten, eine Zeit der Lichter und Lieder. Wie ich mir hab sagen lassen eine der romantischsten Zeiten des Jahres. Auch Chemiker und Chemikerinnen haben manchmal eine romantische Ader. Deshalb haben die Kollegen und ich eine kleine Ode an unser Lieblingselement gedichtet, den Phosphor.

Oh Phosphoor(gesungen zur Melodie von Oh Tannenbaum)

Oh Phosphoor, oh Phosphoor
Wie helle ist dein Leuchten
Du brennst nicht nur zur Weihnachtszeit
Nein auch im Winter wenn es schneit
Oh Phosphoor, oh Phosphoor
Wie helle ist dein Leuchten.

Oh Phosphoor, oh Phosphoor
Du kannst koordinieren,
Wie oft hät zur Diplomarbeit
Ein Komplex von dir mich hoch erfreut
Oh Phosphoor, oh Phosphoor
Du kannst koordinieren.

Oh Phosphoor, oh Phosphoor
Dein Spin will mich was lehren:
Die Hoffnung auf Beständigkeit
Gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit
Oh Phosphoor, oh Phosphoor
Dein Spin will mich was lehren.

Wir wünschen euch allen einen erholsamen Advent.


Interview Fragen an Chemiker und Chemikerinnen

Geschrieben am | 27. 11. 08

Playing with some coloured pencils mit CC-Lizenz von Gaetan Lee

Playing with some coloured pencils mit CC-Lizenz von Gaetan Lee

Immerwieder werden ich darauf angesprochen, dass dieses Blog hier ganz interessant und hilfreich ist. Es freut mich diese positiven Rückmeldungen zu bekommen. Ebenso freue ich mich darüber Fragen zu bekommen, die ich beantworten kann.

Eine solche Frage die ich immer wieder bekomme ist: “Was machst du als Chemikerin den so den ganzen Tag.” Gleich an Ort und Stelle beantworte ich die Frage natürlich, aber meine Antwort spiegelt nur meinen eigenen Altag und meinen eigenen Werdegang wider. Deshalb möchte ich hier eine Reihe starten in der in loser Folge Chemiker und Chemikerinnen aus verschiedenen Arbeitsbereichen vorgestellt werden.

Die Interviewfragen die ich stellen möchte sind folgende:


    Lassen sie uns mit einer einfachen Frage anfangen, was ist das erste das sie machen wenn sie morgens an ihren Arbeitsplatz gehen?

    Was machen sie da genau und wie heißt ihr Job?

    Die nächste Frage ist schwieriger, aber wurde ihnen sicher auch schon oft gestellt, warum haben sie einen chemischen Beruf ergriffen?

    Welche ist die wichtigste Eigenschaft die man für ihren Beruf mitbringen muss?

    Was nervt sie am meisten an ihrem Job?

    Was ist das schönste an ihrem Job?

    Nun zu etwas philosophischerem, wie können Chemikerinnen und Chemiker zur Weltverbesserung beitragen?

    Zum Schluss noch eine persönliche Frage, wenn sie nicht in der Chemie tätig wären, was würden sie dann für einen Beruf wählen?

Was haltet ihr liebe Leserinnen und Leser von den Fragen? Sind sie interessant? Wollt ihr lieber etwas anderes, oder zusätzliches Fragen? Findet ihr die Idee an sich doof?

Ich würde mich über Rückantworten sehr freuen und nächste Woche meine eigenen Antworten aufschreiben.


Metallgeruch, es gibt ihn wirklich!

Geschrieben am | 24. 11. 08

Moggy Playing Jungle mit CC-lizenz von Emuishere Peliculas

Moggy Playing Jungle mit CC-lizenz von Emuishere Peliculas

Seit Jahren mache ich mir Gedanken darüber, dass es einen Geruch gibt der mit Metall assoziiert ist, so ein muffiger Geruch. Wenn ich nicht wüsste, dass das anderen Leuten auch so geht, hätte ich mich für verrückt erklärt.

Prinzipiell entsteht in unserem Kopf ein Sinneseindruck Geruch wenn sehr kleine Moleküle in der Luft mit einem oder mehrern der Rezeptoren in unserer Nase reagieren. Damit diese Moleküle aber in der Luft sind, müßen sie unter den alltäglichen Bedingungen gasförmig sein. Diese alltäglichen Bedingungen sind eine Temperatur um die 20°C und Luftdruck um die 101325 Pa.

Metalle, allerdings, sind bei diesen Bedingungen nicht flüchtig, d.h. sie werden nicht gasförmig, noch nicht mal ein klitze kleines bisschen. Logischer Weise sollten Metalle also keinen eigenen Geruch haben. Empirisch ist da eben immer dieser Geruch.

Zum Glück gibt es zu allen Themen Forschung. Vor ein paar Jahren hat sich eine Gruppe deutscher und amerikanischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hiermit beschäftigt und herausgefunden was dieser Geruch ist: Er besteht aus organischen Stoffen die entstehen wenn Metallionen mit bestimmten auf der Haut anwesenden Fettperoxiden reagieren. Die Metallionen entstehen aus der Reaktion von Metall, wie einer Münze, und Schweiß. Die Fettperoxide entstehen wenn Fette auf der Haut mit UV-Licht reagieren. Bei der Reaktion der Metallionen und Fettperoxide werden letztere zu leicht flüchtigen Stoffen zersetzt. Das Forschungsteam hat die Teilreaktionen natürlich sehr ausführlich untersucht und alle Stoffe genau identifiziert. Wir können die Experimente aber auch selber nachvollziehen.

Dazu braucht man:

    eine Kupfermünze,
    reinen Alkohol,
    Hände,
    Gummihandschuhe
    und eine Nase

Als erstes werden die Hände gewaschen und die Handschuhe angezogen. Nun wird die Münze gründlich mit dem Alkohol geputzt und auf einer geruchsneutralen Oberfläche abgelegt. Nachdem etwas Zeit vergangen ist, in dem der Restalkohol verdampfen konnte, wird nun mit der Nase an der Münze gerochen.

Was riecht ihr?

Nun werden die Handschuhe ausgezogen und die Münze in eine Hand gelegt. Nach einer Reaktionszeit von einigen Minuten wird die Münze wieder auf die geruchsneutrale Unterlage gelegt und wieder an ihr gerochen. Ausserdem wird an der Hand, die die Münze hielt gerochen.

Was riecht ihr?

Im Ergebniss sollte ungefähr herauskommen, dass die frisch geputzte Münze nicht riecht . Die Münze, nachdem du sie in der Hand gehalten hast riecht etwas. Deine Hand riecht sehr stark nach dem „Metallgeruch“.

Im Prinzip war genau das der Versuchsaufbau der Forschungsgruppe. Anstelle einer Nase haben sie jedoch einen Gaschromatographen genommen, der die einzelnen Moleküle analysieren kann.


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Das Mol

Geschrieben am | 17. 11. 08

Mole mit CC-Lizenz von Cowboytoast

Mole mit CC-Lizenz von Cowboytoast

Immer wieder treffe ich auf Leute die Chemie eigentlich ganz toll und interessant finden, aber überhaupt nicht verstehen was ein “Mol” ist, woher es kommt und überhaupt. Verübeln kann ich es niemandem Schul/Uni-Buch Erklärungen sind oft nicht besonders einleuchtend. Allerdings haben wir hier in Dr. Emmas Labor einen eigenen Weg ermittelt um zu erklären was ein Mol ist:

Ein Mol Eier – der emotional fassbare Weg

Stell dir vor du gehst auf den Markt um einzukaufen. Du brauchst unter anderem Eier, oder wenn du Vegetarierin bist Äpfel. Du gehst zur Marktfrau hin und sagst “Ich hätte gerne ein Dutzend Äpfel”. Nun stell dir vor was sie dir in deine ökologisch verantwortlich, mitgebrachte Stofftüte gibt.

Alles klar? Du hast dir vorgestellt wie sie dir 12 Äpfel in deinen Beutel legt. Nun lass uns das gleiche Prinzip auf Menschen anwenden. Kannst du dir ein Dutzend Menschen vorstellen? Ja. Und jetzt machen wir den ersten wichtigen Sprung, wir wenden das auf Moleküle an. Kannst du dir ein Dutzend Moleküle vorstellen? Gut.

Nun fragst du dich sicher was das alles mit dem “Mol” zu tun hat. Ein “Mol” ist auch nichts anderes als ein Name für eine bestimmte Zahl, genau genommen für 6,022×10^23. So einfach ist das. Du kannst dir also, wenn du dir so große Zahlen vorstellen kannst, ein Mol Äpfel vorstellen, oder eben ein Mol Moleküle, oder ein Mol Atome.

Die Sache mit dem Kohlenstoff-der rechnerische Weg

Natürlich kommt die Zahl 6,022×10^23 nicht von ungefähr. Warum sollte sich auch jemand so eine dumme Zahl ausdenken um Moleküle zu zählen? Der verantwortliche ist Avogadro aus Turin gewesen ein Revoluzer der auch ein hervoragender Chemiker war. Ein Kohlenstoffatom wiegt 12 atomare Einheiten, mit au abgekürzt. 6,022×10^23 Kohlenstoffatome wiegen 12g. Das Mol ist also der Faktor zwischen dem Gewicht und der Anzahl Atome. Nehme ich 1.2g Kohlenstoff sind das entsprechend 0.1 Mol.

Das ganze hat praktische Auswirkungen auf die Chemie. Wenn ich überlege ich möchte zwei Stoffe in einem Bestimmten Verhältniss reagieren lassen, z.B. möchte ich Wasserstoff und Sauerstoff im Verhältnis 2:1 reagieren lassen, dann möchte ich natürlich wissen wieviel Gramm ich davon abwiegen muss. Ich beschließe also 1 Mol Wasserstoff mit 0,5 Mol Sauerstoff reagieren zu lassen. Das entspricht, wegen dem Verhältniss 1g = 6,022×10^23 au, also 1,008g Wasserstoff und 8g Sauerstoff. Diese Reaktion verläuft vollständig, weil die Reaktionspartner im richtigen Verhältniss zueinander vorliegen.

Ich hoffe es ist nun klarer was ein Mol ist. Im englischen heißt “mole” übrigens Maulwurf, was viel zu dem Scherz veranlasst das Mol mit einem Maulwurf zu illustrieren.


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Die Sprache der Chemie

Geschrieben am | 13. 11. 08

T is for window mit CC-Lizenz von badjonni

T is for window mit CC-Lizenz von badjonni

Kommt ein nicht Chemiker in ein Chemiegebäude- Nein leider wird das nicht zu einem Witz. Oft ist es so, dass Chemie nicht verstanden wird, weil sie in unverständlichen Worten ausgedrückt wird. Es ist fast, also ob Chemie eine eigene Sprache hat.

Worte wie Rührplatte sind einfacher zu verstehen. In unserem Kopf bildet sich leicht etwas flaches mit einer mechanischen Rührvorrichtung1. Auch unter Bechergläsern und Kolben können sich Viele etwas vorstellen. Schwieriger wird es dann, wenn man versucht “unter Rückfluß kochen” oder ähnliche Textbausteine in etwas allgemein verständliches umzubauen2.

Richtig schwierig wird es, wenn man sich solche Worte anschaut:

Das sind alles Beschreibungen ein und der selben Substanz. Man kann einen Stoff mit der Anzahl und Sorte der in ihr enthaltenen Atome bezeichnen, so wie links, jedoch ist das nicht unbedingt eindeutig, da diese Atome auf verschiedene Arten und Weisen angeordnet werden können. Das ist wie wenn man eine Geschichte über Julia erzählt. Es gibt sehr viele Julias auf der Welt. In der Mitte ist der Name ausgeschrieben in die relative Anordnung die die Atome zu einander haben. Die Striche repräsentieren die Bindungen zwischen den Atomen. Rechts ist dann noch die systematische Benennung für die Verbindung aufgeschrieben. In diesem Namen bezeichnen die Ziffern die Position der Atome. Bei welchem man anfängt ist in den Benennungsregeln fesetgelegt.

Mit diesen Worten ist es nun möglich auch Sätze zu bilden. Diese bestehen wie auch deutsche Sätze aus Subjekt Prädikat und Objekt. Substanz A zusammen mit Substanz B wird zu Substanz C. “Mit” wird als “+” geschrieben und “wird zu” ist ein Pfeil der nach rechts zeigt. Das ganze wird dann Reaktionsgleichung genannt.

Wie jede Sprache muss man auch die chemische Sprache lernen. Naturgemäß beschreibt sie sehr genau die Vorgänge die in der Chemie passieren. Allerdings ist es mir wichtig, dass ihr, auch wenn ihr die Sprache nicht gelernt habt, versteht was ich schreibe. Deshalb halte ich mich oft an die nicht ganz so präzisen Vokabeln der Alltagssprache.


  1. tatsächlich besteht die Rührplatte aus einer ebenen Fläche unter der sich ein Magnet befindet, der sich um eine zentrale Achse dreht. Stellt man nun eine zu rührende Mischung in einem Kolben oder Becherglas auf die Fläche und tut dahineine einen Stabmagneten, dreht sich dieser und rührt somit um. [back]
  2. es handelt sich dabei um eine Techik in der verdampfendes Lösungsmittel eine gekühlte Wendel passiert und an dieser wieder kondensiert und in die kochende Mischung zurücktropft [back]

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